Konkrete Möglichkeiten für ein Gap Year –
Von Freiwilligendiensten bis Work & Travel
Ein Gap Year bietet zahlreiche Möglichkeiten, die so individuell sind wie die Jugendlichen selbst. Ob Fernweh, der Wunsch nach Orientierung oder der Impuls, sich sozial zu engagieren – es gibt vielfältige Wege, die Auszeit sinnvoll zu gestalten. Eltern, die ihre Kinder in dieser Phase begleiten möchten, sollten deshalb die verschiedenen Optionen kennen und gemeinsam mit ihrem Kind die passende Form der Auszeit auswählen.
Vielfältige Optionen im Gap Year
Das Gap Year kann je nach Interesse und Zielsetzung ganz unterschiedlich aussehen. Hier ein Überblick über die gängigsten Möglichkeiten:
- Freiwilligendienste: Programme wie „weltwärts“ oder der Deutsche Freiwilligendienst (FSJ/FÖJ) bieten jungen Menschen die Gelegenheit, sich sozial, ökologisch oder kulturell zu engagieren – meist im In- oder Ausland. Dabei sammeln sie wichtige Erfahrungen, stärken soziale Kompetenzen und erleben andere Kulturen hautnah. Mehr Informationen zu „weltwärts“ finden Sie unter weltwärts, zum FSJ und FÖJ beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) unter BMFSFJ FSJ/FÖJ.
- Work & Travel: Diese Form des Reisens und Arbeitens ist besonders bei jungen Menschen beliebt, die internationale Erfahrungen machen und gleichzeitig finanziell unabhängig sein möchten. Beliebte Länder sind Australien, Neuseeland oder Kanada, die entsprechende Visa und Möglichkeiten anbieten. Hier erfahren Sie mehr bei Eurodesk Deutschland Work & Travel.
- Au-pair: Ein Au-pair-Aufenthalt ermöglicht intensive Einblicke in das Familienleben und die Kultur des Gastlandes. Dabei lebt man bei einer Gastfamilie, unterstützt im Alltag und verbessert gleichzeitig die Sprache. Informationen darüber bietet das Au-pair-Netzwerk Deutschland.
- Sprachkurse: Intensivsprachkurse, oft verbunden mit einem Auslandsaufenthalt, sind eine hervorragende Gelegenheit, Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern und interkulturelle Erfahrungen zu sammeln. Anbieter und Programme finden sich zahlreich, z. B. beim British Council oder dem Goethe-Institut.
- Praktika: Praktische Erfahrungen in unterschiedlichen Berufsfeldern sind wertvoll für die spätere Orientierung. Praktika können im In- oder Ausland absolviert werden und ermöglichen Einblicke in den Berufsalltag sowie den Aufbau wertvoller Netzwerke. Einen Überblick bietet Eurodesk Praktika.
Worauf Eltern achten sollten
Eltern spielen eine wichtige Rolle bei der Auswahl des passenden Gap Year-Elements. Entscheidend ist, dass die gewählte Option zur Persönlichkeit, den Interessen und den Zielen des Jugendlichen passt. Wer beispielsweise vor allem berufliche Orientierung sucht, ist mit einem Praktikum oft besser beraten als mit klassischem Work & Travel.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Rahmenbedingung: Das finanzielle Budget, die Dauer der Auszeit und die Unterstützung vor Ort sollten realistisch betrachtet werden. Ein sorgfältig ausgewähltes Programm bringt mehr als spontane Entscheidungen, die nicht zu den Bedürfnissen passen.
Eltern-Tipp: Ziele des Kindes in den Mittelpunkt stellen
Eltern sollten die individuellen Wünsche und Ziele ihres Kindes ernst nehmen und diese in den Vordergrund der Planung stellen – unabhängig von gesellschaftlichen Erwartungen oder dem Druck, „etwas Besonderes“ tun zu müssen. Ein Gap Year lebt von Qualität und Sinnhaftigkeit, nicht von Prestige.
Quellen
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), 2022: „Freiwilligendienste und Engagement“
Eurodesk Deutschland, 2023: „Work & Travel, Praktika und Auslandsaufenthalte für Jugendliche“
